Danke, Danke!

Der Aachener Tivoli

Von Sascha Theisen – Wann Robert Moonen damit anfing am Ende der Tor-Choreografie ein beherztes „Danke, Danke!“ in sein ewiges Tivoli-Mikrofon zu schmettern, ist nicht genau überliefert. Wahrscheinlich war es irgendwann Ende der Neunziger und mehr spontane Eingebung denn geplante Aktion. Trotzdem ist es mittlerweile zum lieb gewordenen Ritual im Stadion geworden. Moonens „Danke, Danke!“ hat unglaubliche Fallrückzieher von Sergiu Radu genauso abgefeiert wie die seltenen Buden von Marcel Heller oder „Tore des Monats“ der Marke Schlaudraff oder Diane. Was wäre der Fußball ohne seine Rituale? Und was wäre der Fußball ohne die, die diese Rituale pflegen, schätzen und am Leben erhalten? Wahrscheinlich nur noch ein Spiel.

Als Alemannia in diesen schweren Zeiten die zweite Insolvenz in den letzten fünf Jahren bekannt geben musste, waren all die gefeierten Tore weit weg und es war sicherlich nicht der Moment „Danke, Danke!“ zu sagen. Wem auch? Schließlich steht derzeit so ziemlich alles auf dem finanziellen Spiel, geliebte Rituale inklusive. Und trotzdem fand Alemannia Zeit sich in einer Presseerklärung wenigstens bei den Sponsoren des Vereins für die Unterstützung zu bedanken. Keine Frage, berechtigterweise, denn der Dank ging an die, die sich auch dann für Fußball in Aachen engagierten als zu viele sich längst von ihm angewidert abgewandt hatten.

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