Wenn die Körpersprache stimmt. Oder auch nicht.

Bernd-M. Beyer: Körpersprache mangelhaft!

von Bernd-M. Beyer – Ich gebe es zu: Meine Körpersprache ist ein einziges Elend. Meine Schultern hängen nach unten und auch noch nach vorn; mein Gang ist gebeugt und schlurfend, mein Blick gesenkt. Gegen mich ist Mesut Özil ein aggressives Ausrufezeichen.

Ich weiß nicht, warum das so ist; einen Psychologen habe ich deswegen nie konsultiert. Ich bin schon als Kind so dahergelaufen, meine Oma hat vergebens versucht, es mir auszutreiben. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich seinerzeit kindliche Minderwertigkeitskomplexe geplagt hätten. Es war einfach so. Vielleicht messe ich aus diesem Grund der Körpersprache keine besondere Aussagekraft zu. Unglücklicherweise befinde ich mich damit im Gegensatz zur großen Mehrheit des deutschen Fußballvolks. Und seiner Kommentatoren im Fernsehen.

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Anmerkungen zur „Affäre“ Gündogan / Özil

Dietrich Schulze-Marmeling

von Dietrich Schulze-Marmeling – Dass unsere beiden Nationalspieler ein „fremdes“ Staatsoberhaupt als ihren Präsidenten bezeichnen, ist für mich nicht sonderlich problematisch. Als in den USA Obama gewählt wurde, war er für mich, der sich für die USA interessiert und Städte wie New York und Chicago liebt, ebenfalls „mein Präsident“. Obwohl ich kein US-Bürger bin, nicht einmal US-Wurzeln habe. Das hat mir damals niemand vorgeworfen. Und es muss ja auch die Möglichkeit bestehen, über das Oberhaupt des eigenen Staates zu sagen: „Er ist NICHT MEIN Präsident.“ Beispielsweise dann, wenn Alexander Gauland ins Schloss Bellevue einzieht.

Des Weiteren gebe ich zu bedenken, dass es eine Menge Leute in diesem Land gibt, die Problem damit haben, „unser Gündogan“, „unser Özil“ zu sagen. Wenn ein Özil im Nationaldress lethargisch wirkt, heißt es schnell: „Als Türke ist er nicht wirklich mit dem Herzen dabei.“ Der Auftritt von Gündogan und Özil mit diesem Erdogan ist vielleicht auch ein bisschen die andere Seite dieser Medaille. Wirklich problematisch ist etwas anderes: Dass sich Gündogan und Özil ohne jegliche Not vor einem Mann in den Staub werfen, der ein Despot ist, der die Opposition im eigenen Land brutal unterdrückt und tausende von Journalisten ins Gefängnis wirft. Da hilft auch Gündogans „Klarstellung“ wenig. Er spricht von einer „Geste der Höflichkeit“. Aber Erdogan „großen Respekt“ zu zollen, ist weit mehr als nur eine Geste der Höflichkeit.

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