Der DFB, sein Präsident und ihre Erklärungen

Dietrich Schulze-Marmeling, Foto: Johannes Hölker

von Dietrich Schulze-Marmeling – Am Wochenende des WM-Finales forderte Reinhard Grindel in einem Interview, Özil müsse sich zu Erdogan äußern – zwei Monate nach dem Fotoshooting mit dem Autokraten. Grindel begründete dies mit einem „veränderten Resonanzboden für das Thema Integration“, benutzte somit die rassistische Stimmung im Land als Druckmittel.*

Zur rassistischen Hetze gegen Özil verlor der DFB-Boss kein Wort. (Schon bei den rassistischen Attacken gegen Özil im September 2017 während des WM-Qualifikationsspiels in Prag – aus der deutschen Kurve wurde „Özil abschieben, Ausländer raus!“ skandiert – war die Reaktion des DFB lauwarm ausgefallen. Die Verantwortlichen waren darum bemüht, das Thema herunterzuspielen.)

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Kampagnen sind nicht genug

Christian Thibault

von Christian Thibault – Niemand möchte als Rassist bezeichnet werden, und doch steht jetzt in der Causa Özil der Rassismusvorwurf im Raum. Rassismus ist eine Ideologie, die wissenschaftlich widerlegt ist, es gibt keine verschiedenen Menschenrassen. Daher kann auch nicht eine Rasse mehr wert sein als die andere. Das wissen wir. Wie sollen wir da also Rassisten sein? Wir reden ja auch nur über die Kultur mancher Herkunftsländer und die mangelnde Integration der türkischen Mitbürger. Ach ja, und der Islam, wie soll der denn, bitte schön, nach Deutschland passen? Und doch steht der DFB jetzt vor dem Scherbenhaufen seiner Integrationsarbeit, und alle die schönen Fernsehkampagnen gegen Rassismus klingen nur noch hohl.

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