Warum ich doch nicht Taxifahrer werde

Leanna bei der Arbeit

– von Leanna Arnold

Das Vorstellungsgespräch

Als ich das erste Mal die Büros im Verlag betrete, fallen die zahlreichen Bücherregale mit den etlichen Büchern auf. Mit einem Büchermaniac als Vater aufgewachsen, kommt mir das gar nicht so fremd vor. Knapp 10.000 standen bei uns früher im Haus, in jedem Zimmer gab es Regale, auf dem Dachboden stapelten sich hohe Türme. Und so fühlt es sich ein bisschen wie zuhause an, als ich an den langen Regalreihen entlanglaufe. Mit einem angenehmen Unterschied: Während sich die Bibliothek dort vor allem auf Belletristik von 1750 bis zum ersten Weltkrieg konzentrierte, gespickt mit etlichen Sachbüchern, Lexika und Bildbänden, beschränkt sich hier alles auf eins meiner Lieblingsthemen: Fußball. Das blanke Papier neben den Druckern türmt sich und es liegt ein feiner Duft von Druckerschwärze in der Luft, der hier bestimmt niemandem mehr auffällt.

Zum Vorstellungsgespräch muss ich zu Julia. Ihr Büro ist scheinbar ganz hinten, denn man führt mich den langen Gang entlang, durch einen großen Raum, in dem noch mehr Bücher stehen als ohnehin schon. Die dicken Druckwerke schlucken den Schall und dämpfen die Schritte, an der Seite steht ein Schreibtisch vor dem Fenster, und alles sieht sehr heimelig aus.

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