„Die Arbeit auf dem Platz muss wieder im Vordergrund stehen“

Dietrich Schulze-Marmeling

Dietrich Schulze-Marmeling im Gespräch mit Lars Mrosko, ehemals u.a. Scout beim FC Bayern und VfL Wolfsburg – Das Wochenende, an dem Deutschland die Schweden in letzter Sekunde schlug, verbrachte ich in Berlin. Eigentlich stand ein Besuch der Waldbühne auf dem Programm, wo Simon Rattle sein Abschiedskonzert gab. Aber ein Infekt, den ich mir in Russland zugezogen hatte, haute mich nieder. So verbrachte ich die meiste Zeit im Bett unseres Hotels in Kreuzberg, von wo aus ich ein Geräusch vernahm, das ich kaum noch kannte: das Geräusch von auf der Straße kickenden Kindern.

In einer einigermaßen fitten Stunde schwang ich mich aufs Fahrrad und fuhr zum etwa zwei Kilometer entfernt gelegenen Platz von Türkiyemspor Berlin. Nach dieser elenden Debatte um die Deutschtürken im deutschen Nationaltrikot war mir irgendwie danach. Bei Türkiyemspor fand gerade ein Kinderturnier statt, und zwar auf einem Kunstrasenplatz, bei dem die besorgten Väter und Mütter münsterländischer Mittelstandskids ihre Kleinen in Watte eingepackt und einen Fahrradhelm mitgegeben hätten. Betonhart, schon der pure Anblick verursachte Schmerzen in den Gelenken. Umso netter und herzlicher war die Atmosphäre bei diesem Turnier, entsprechend den Botschaften, die auf einer Tafel im Vereinsheim mitgeteilt wurden:

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